Die ISO-15415 geht von einem schwarzen Code (Markierung) auf einem weißen Label (Code mit hohem Markierungskontrast) aus.
Es wird in der Norm nur eine Beleuchtungsmethode definiert. Wenn diese Beleuchtung für die jeweilige Markierung nicht passend ist, um ein gutes Bild aufzunehmen, dann macht eine Verifizierung nach ISO-15415 keinen Sinn.
Die Kalibrierung des Verifiers erfolgt über eine sogenannte "White Card". Durch diese werden die Kameraeinstellungen (Belichtungszeit, Gain, usw.) beeinflusst, damit sich die Weißwerte der Kalibrierkarte mit den Kamerawerten decken. Nach erfolgreicher Kalibrierung werden diese Werte nicht mehr geändert.
Da das Verifiersystem dannach immer mit den selben Einstellungen arbeitet und auf Materialänderungen bzw. Oberflächen keinen Einfluß mehr nimmt, erreicht man akzeptable Bilder nur bei gedruckten Codes.
Zur Verifikation wird das Histogramm (Grauwertverteilung) des Bildes ausgewertet. Die Norm geht hier von einer guten Verteilung der weißen und schwarzen Markierungspunkte des Datamatrix Codes aus. Bei direkt markierten Codes (DPM) hat man aufgrund von Material- und Oberflächenschwankungen jedoch eher graue Codes auf schwarzem Untergrund.
Beispiel für eine gute Markierung nach ISO-15415 (Histogrammverteilung ist optimal:

Beispiel für eine schlechte Markierung nach ISO-15415 (Histogrammverteilung ist schlecht, obwohl Markierung gut ist):

Durch den geringeren Helligkeitsunterschied zwischen den dunklen und hellen Punkten verringert sich der Symbolkontrast des Codes und DPM Markierungen werden tendenziell schlechter bewertet!
ISO-15415 erfüllt daher nur die Mindestanforderungen für DPM Codes und wurde von der AIM-DPM als Industriestandard abgelöst.